Akwaaba! – Herzlich Willkommen!

Die Vereinbarung ist unterschrieben: ich fliege nach Ghana.

Wie viele andere Menschen steh ich vor einer Herausforderung: die Entscheidung was ich werden will und wer ich dadurch sein werde. Denn in unserer (westlichen) Welt, so scheint es mir, ist es nicht unüblich, sich durch einen Beruf oder ein Hochschulstudium zu definieren.
Deshalb fällt es mir wahrscheinlich auch so schwer, eine feste Entscheidung zu diesem Thema zu treffen.
So schiebe ich es lieber etwas weiter weg und plane mein nächstes Jahr.

So habe ich mich Anfang diesen Jahres dazu entschieden, mich für einen „entwicklungspolitischen Freiwilligendienst“ im Programm weltwärts bei der Endsendeorganisation ijgd zu bewerben und wurde nach einem längerem Telefoninterview angenommen.
(Ich empfehle der nächsten Generation sich so früh wie möglich bei ijgd zu bewerben, da die Plätze kontinuierlich vergeben werden. Ich hatte Glück.)
Hier habe ich das Projekt, auf das ich mich (auch) beworben habe, etwas umschrieben: ARA-15

Im Interview habe ich feststellen dürfen, das auch ijgd (selbst-) kritisch auf das Programm weltwärts im Kontext der Entwicklungshilfe schaut. Ab da war für mich klar, das ich meinen Weg mit ijgd gehen werde.

Und schon gingen die Vorbereitungsphase los: ich startete mit einer Konsultation meiner Hausärztin, bei der ein Gesundheitszeugnis auszufüllen war. Dann folgten die Gelbfieberschutzimpfung, die für das Visa nach Ghana nötig ist, und eine Hepatitis B-Impfung, da eine „Titer-Überprüfung“ negativ ausfiel.
Weiter Impfungen würden dann zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Ein weiterer Aufgabe in der Vorbereitungsphase ist der Aufbau eines Förderkreises. Das Spenderziel liegt bei 2700 € und es kann gerne auf der Seite Förderer werden mit verfolgt werden.

Beste Grüße
Jakob

Die Geschichte der farbigen Brillen

Die in diesem Blog dargestellten subjektiven Impressionen (Eindrücke) und Meinungen sind keinesfalls allgemeingültig und müssen nicht unbedingt von dem Autor selbst stammen.
Deshalb möchte ich mit einer Geschichte beginnen, die sich beim Lesen dieses Blogs im Hinterkopf befinden sollte:

Stell dir vor, dass alle Menschen in deinem Heimatland schon immer mit zwei Armen, zwei Beinen, einer Nase, zwei Augen, zwei Ohren, einem Mund und einer Sonnenbrille mit gelben Linsen geboren wurden. Niemand hatte es je seltsam gefunden, dass die Menschen ununterbrochen Sonnenbrillen trugen. Es war immer so gewesen und sie waren wie ein Teil des eigenen Körpers. Jede und jeder trug sie. Alles, was die Menschen gesehen, gedacht und erfahren haben, filterten sie durch die gelbe Linse.

In einem anderen Land gibt es Leute, die schon immer mit zwei Armen, zwei Beinen, einer Nase, zwei Augen, zwei Ohren, einem Mund und einer Sonnenbrille mit blauen Linsen geboren wurden. Niemand hatte es je seltsam gefunden, dass die Menschen ununterbrochen Sonnenbrillen trugen. Es war immer so gewesen und sie waren wie ein Teil des eigenen Körpers. Jeder und jede trug sie. Alles, was die Menschen gesehen, gedacht und erfahren haben, filterten sie durch die blaue Linse.

Einst reiste eine Person aus deinem Land, mit den gelben Sonnenbrillen, in das andere Land. Sie war pfiffig und schnell erkannte sie, dass, wenn sie etwas über das andere Land und die anderen Leute lernen wollte, sie eine blaue Brille bräuchte, um wirklich sehen zu können. Also besorgte sie sich eine Brille mit blauen Gläsern. Sie blieb einige Zeit dort und irgendwann fand sie, dass sie nun viel über die Werte, die Ideen und die Kultur der anderen Leute erfahren hatte. Mit Hilfe der blauen Brille dachte sie, könnte sie gut sehen. Als die Person zurückkehrte, galt sie als Expertin für das andere Land und stolz erzählte sie ihren interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern, dass die andere Kultur grün sei.

Geborgt von Amelie (togo2go1.wordpress.com)