Das Visum ist fertsch

Nun endlich kann ich diesen Task auf meiner To-do-Liste abhaken: Ich habe mein Einreise-Visum und die Unterlagen für das Arbeitsvisum sind auch alle beisammen.
Vor einem Jahr hätte ich nicht erwartet, dass dieser Teil der Vorbereitung sich als so umfangreich und zeitaufwändig herausstellen würde. Es ist aber nachvollziehbar, dass die Behörde gerne alles über den Einreisenden wissen möchte. Nur so kann ein Staat verhindern, dass Menschen, die von einer Gesellschaft als störend oder gefährlich eingestuft werden, in ein Land einreisen können.

Das Einreisevisum wird mithilfe eines Online Formulars beantragt. Hier durfte ich alle nötigen Daten zu meiner Person eintragen und mich freuen, dass die Software noch einige Bugs hat und nicht besonders benutzerfreundlich ist. So sind Umlaute in Städtenamen scheinbar nicht erwünscht und es wird ein zusammenhang(s)loser Fehler ausgegeben. Als ich dann extra umgezogen bin, konnte ich dann (endlich) mein Einreisevisum online beantragen. 😉
Am Ende des Online-Formulars durfte ich dann den Antrag ausdrucken und mit weiteren Unterlagen (Einladungsschreiben von ARA, Kopie der Flugdaten, Kopie vom Impfpass, Beschäftigungsnachweis des aktuellen Arbeitgebers, Reisepass, etc.) an die ghanaische Botschaft in Berlin senden. Nachdem ich auch noch 260 € Visum-Gebühren bezahlt hatte, durfte ich noch lernen, dass ein Postbriefkasten eigentlich nicht für DHL Express Sendungen gedacht ist.

An dieser Stelle folgt ein unabhängiger Zwischengedanke: Warum sind die Postbriefkästen der Deutschen Post eigentlich gelb?
Der Konzern der Deutschen Post geht auf seinem Internetauftritt geschichtlich leider nicht so in die Tiefe und so blieb mir nichts anderes übrig, als auf Wikipedia zu schauen. (Wenn jemand Zeit hat, kann er mal die Aussage hier kontrollieren: Herbert Leclerc: Die Postabteilung des Bundespostmuseums. Abschnitt: Briefkästen und Briefbeutel, S. 30)

Ab 1872 wurden die Kästen […] nach dem preußischen Beispiel blau gekennzeichnet. […] Bayern führte die Farbe Gelb für die Postkästen ein und behielt diese bis Mitte der 1920er-Jahre bei, erst danach wurden die Kästen blau. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wechselte die Farbe Ende Mai 1934 auf Rot[…].

1946 wurde in allen Besatzungszonen auf gelbe Kästen umgestellt bzw. umlackiert und die Inschrift Reichspost entfernt.

Okay, der Alliierte Kontrollrat entschied, dass gelb zum „Postgelb“ werden sollte. Doch daraus ergibt sich die Frage, in welcher Tradition das Unternehmen PostModern (aus Sachsen) handelt?

Es hat dann doch irgendwie funktioniert und nun halte ich meinen Reisepass, mit der nötigen Visummarke, in den Händen. Da aber meine Erwartungen an einen schönen Visum-Stempel in meinem Pass nicht erfüllt wurden, habe ich euch dafür den Stempel unter der Quittung fotografiert:

Grüße aus dem Inland

P.S.: Eigentlich wollte ich noch was über meine Motivation schreiben. Das wird wohl erst was im nächsten Eintrag…

Die Rechtschreibung

Das Problem mit den Rechtschreibfehlern innerhalb eines Blogs ist kein neues Problem. Es ist altbekannt und wird immer bestehen bleiben. Zum einen weil es Leute gibt, die die Rechtschreibung einfach nicht perfekt beherrschen und zum anderen, weil die Zeit nicht immer reichen wird, ein zweites Mal den Text zu überlesen (Prioritäten setzen).
Vierzehn Jahre Schule haben aber in mir den Anspruch geweckt, dem Internet am Ende fehlerfreie Texte präsentieren zu können.

Deshalb kommen jetzt die Leser und Leserinnen ins Spiel.
Wenn einem Menschen ein Fehler ins Auge sticht, sollte sich dieser wehren können: einfach den Fehler (auf der entsprechenden Seite mit der Maus) markieren und Strg + Enter (beim Mac Ctrl + Enter) drücken.

Danke an die Macher von Mistape und die Leser!

Meine Entwicklungshilfe – Das Vorbereitungsseminar

Entwicklungshilfe ist, wenn viele arme Leute eines reichen Landes wenigen reichen Leuten eines armen Landes Geld schenken.
(Autor unbekannt)

Schon liegt der Vorbereitungsseminar über zwei Wochen in der Vergangenheit.
Jetzt wird es langsam aber Zeit, diesen Beitrag mit einigen Gedanken zu veröffentlichen.
Doch die Zeit ist zu begrenzt und die Beantragung des Visa blinkt schon rot auf meiner Aufgabenliste. Dennoch ich möchte diesen Zeitpunkt nutzen und meine Eindrücke vom Seminar festhalten. 🙂

Die Förderrichtlinie für weltwärts (Seite 9) schreibt 12 Orientierungs- und Vorbereitungstage (davon 7 Tage in Deutschland) vor. So haben sich 20 Teilnehmende und fünf „Teamerinnen“ zum Vorbereitungsseminar in Dransfeld bei Göttingen getroffen.
Die Tagungsstätte liegt in einem wunderschönen Naturraum (Landschaft) auf einem erloschenen Vulkan (Hohe Hagen), nur einen Steinwurf vom Gaußturm entfernt. (Ja, der Mathefreak Herr Gauß hat von dort aus u.a. Hannover vermessen.)
Hier durften wir für zehn Tage im Haus Hoher Hagen leben, lernen und die Zeit genießen.
Es war wirklich eine gute und entspannte Zeit, mit vielen interessanten und aufgeschlossenen Leuten. (Thx)

Zum Tagesablauf: wenn ich mich richtig erinnere, gab es ab 8 Uhr Frühstück und um 9 Uhr ging die erste Einheit los. Meisten wurden manche aus der Truppe zuvor noch von der Natur beim Laufsport begrüßt. Nach der ersten Einheit hat sich ein Kochteam gefunden, das dass Mittag vorbereitet hat, welches dann irgendwann verspeist wurden ist. Nach der Mittagspause gab es ab 15 Uhr die zweite Einheit  und nach wiederholender Essensvorbereitung gab es dann das Abendbrot (meist kein Brot). Danach folgte dann die dritte Einheit oder eine andere Beschäftigung.
Im Seminarraum hing eine coole Übersicht aus Piktogrammen und Bilder, die zeigen sollten, welche Themen in den Einheiten am Morgen, am Nachmittag und am Abend behandelt werden sollten. (Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen davon ein Bild zu machen…)

Akteure im Programm weltwärts

Ein Mitfreiwilliger hat auf seinem Blog die Schwerpunkte der Einheiten sehr gut dargestellt: cagatay-geht-weltwaerts.
Im Groben ging es vor allem darum, herauszufinden das ich durch mein Umfeld geprägt bin und diese Prägung kritisch hinterfragt werden muss, um eher verstehen zu können, wie ein anderes Umfeld funktioniert. (Ein aufmerksamer Leser könnte sich jetzt an den ersten Beitrag erinnern.)

Alles schön und gut. Und was ist jetzt mit Entwicklungshilfe?

Seit den 1980er Jahren ist es nicht mehr üblich von „Entwicklungshilfe“ zu sprechen, vielmehr wird von „Entwicklungszusammenarbeit“ gesprochen. So soll verdeutlicht werden, das Länder in Afrika nicht „Empfänger von Hilfsleistungen [sind], sondern als gleichberechtigte Partner“ angesehen werden. (Quelle: BMZ)
Dennoch scheinen gerade bei der Entwicklungszusammenarbeit wirtschaftliche Interessen der Bundesregierung keine unbedeutende Rolle zu spielen und kann ein Land, das auf das Geld eines anderen Landes angewiesen ist, eine gleichberechtigte Rolle einnehmen?

Um auf das Zitat vom Anfang einzugehen, möchte ich folgenden Abschnitt aus einem Printmedium zitieren:

In Bezug auf die westlichen Entwicklungsgelder stellt Asserate fest, „dass der Westen etwa 800 Milliarden Euro Entwicklungshilfe nach Afrika gebracht habe (andere Schätzungen nennen den Betrag von bis zu zwei Billionen Dollar).

„Aber mehr als 600 Milliarden Euro sind in den Taschen afrikanischer Potentaten und korrupter Eliten gelandet – sie landeten dann auf Schweizer Konten oder wurden in Immobilien in Frankreich, London oder sonst-wo gesteckt.“ So schrieb Asserate jüngst in einem Gastbeitrag für die F.A.Z.

Wer profitiert von der Entwicklungshilfe oder der Zusammenarbeit am meisten?
Bin es vielleicht auch ich der in meinem Freiwilligendienst viel für das Leben mitnehmen kann?
Weltwärts ist ein Lerndienst und er ist für mich eine Weiter- Entwicklungshilfe. (Was ich dort erreichen kann werden wir sehen.)

Das sind u.a. Fragen die im Laufe des Seminars eine Rolle gespielt haben und man könnte feststellen, dass das Seminar durchaus politisch war. Das liegt wahrscheinlich auch daran, das es sich laut weltwärts- Beschreibung um einen „entwicklungspolitischen Freiwilligendienst“ handelt.

Es war auf jeden Fall spannend die Entwicklung der vielen jungen Leute und meiner Person zu beobachten. Ich glaube, wir konnten viel aus dem Seminar mitnehmen und uns weiterentwickeln. 😉

Jetzt muss ich mich aber um mein Visa kümmern.
Bis bald.